16. Tag

12.03.2000 Heute war frühes Aufstehen angesagt.
Unsere Fahrt sollte uns über Alpen zum Milford Sound bringen.
Ich konnte die Fahrt genießen.
Es war eine wunderbare Landschaft.
Die Passstrasse war eher gemäßigt im Vergleich zu den Alpenpässen in Österreich.
Man konnte auch mit einem großen Reisebus die Strecke befahren, was wir spätestens an den Mirrorlakes zu sehen bekamen.
Hier war die Touristenabfertigung in Perfektion zu sehen.
Die Leute wurden auf einem kleinem Parkplatz aus dem Bus ausgespuckt und mussten über niedliche Holzstege dem Naturschauspiel des Sees so lange folgen, bis sie auf einem zweiten Parkplatz wieder von dem auf wundersame Weise hier erschienen Bus aufgesaugt wurden.
Als wir am Milford Sound ankamen, regnete es.
Man konnte nix sehen. Und wenn ich nun sage es regnete, ist es nicht zu vergleichen mit einem Sommerschauer wie wir ihn von Deutschland kennen. Man hatte den Eindruck, dass hier jemand den nahen Ozean leer pumpe um uns das Zeug über den Kopf zu schütten.
Aber wir wollten doch mit dem Schiff fahren und einen tollen Sound sehen.
Also suchten wir uns ein Hotel. Das ging recht einfach.
Es gibt nämlich nur Eins hier. Und das war ausgebucht.
Als nächste Übernachtungsmöglichkeit war noch ein Backpacker Hostel in der nähe.
Dort schauten wir uns die Cabins an, aber die waren auch nicht besser als unser Camper.
Also richteten wir uns auf eine total verregnete Nacht ein.
Kurz vor der Dämmerung liess der Regen doch dann ganz plötzlich nach.
So beschlossen wir, nochmal den Kilometer zurück zum Sound zu laufen und mal zu schauen, was es zu schauen gibt.
Ich traf dann noch am Abend auf dem Campingplatz einen Australier der hier auch mit dem Camper Urlaub machte.
Mich wunderte gleich, dass ich sein englisch so gut verstand.
Er konnte also kein KIWI sein.
Hier im Sound machten wir auch unsere ersten Erfahrungen mit den schon mehrfach in allen Reiseführern angekündigten Sandflies.
Diese Biester sind nicht mit unseren Stechmücken zu vergleichen.
Viel heimtückischer. Sie sehen in etwa so aus wie Fruchtfliegen und lassen sich auch durch schnelle Bewegungen nicht verscheuchen.
Haben sie dann erst mal zugebissen, merkt man zuerst garnix.
Aber schon nach wenigen Minuten fängt es unheimlich an zu jucken.
Das tat es dann auch bei mir die ganze Nacht.