12. Tag
08.03.2000
Am nächsten Morgen wollten wir es mal langsamer angehen lassen.
Wir frühstückten in aller Ruhe und inspizierten dann den Holidaypark.
Er lag sehr idyllisch an einem großen Fluss.
Man konnte über kleine Brückchen in einer Art Flussdelta umhergehen und jede Menge Getier beobachten.
In diesem Fluss habe ich Forellen von enormer Größe gesehen.
Wir trafen auch einen Angler aus Deutschland, der fast jedes Jahr hierher kommt, um zu angeln.
Das war uns zwar recht unverständlich, weil Neuseeland ja einiges mehr zu bieten hat als Forellen, aber bitte schön, jeder wie er will.
Nach einer kleinen Rundfahrt in einem geliehen Kanu und der Morgentoilette machten wir uns dann auf, um unser nächstes Ziel anzusteuern.
Nach Waimate zu Kelly's Bushfarm, hatten wir uns vorgenommen.
Wir hatten schon in Christchurch am Flughafen ein Prospekt in den Fingern gehalten, das uns sehr neugierig gemacht hatte.
Dort wurden Nachtwanderungen angeboten, um einheimische Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Also auf nach Waimate.
Es war ein weiteres jener unzähligen Städtchen, die wir bisher schon auf unserer kurzen Reise durchquert hatten.
Nichts Großes, eher eine gemütlich familiäre Atmosphäre. Dort frugen wir an der Tankstelle nach dem Weg und der Tankwart hat sich sehr viel Mühe gegeben uns zu beschreiben, wo es lang geht.
Nachdem das Ganze auch noch auf einer Skizze festgehalten war, konnte nichts mehr schiefgehen.
Die Bushfarm lag abseits, was ja der Name eigentlich schon sagte.
Als wir einige Kilometer aus dem Ort draußen waren, verließ uns doch der Mut.
Die Straße war mittlerweile nur noch ein Feldweg und ob wir noch richtig waren, konnte keiner von uns beiden sagen.
Und gerade jetzt hatten wir auch noch einen Jeep hinter uns, den wir vorbeilassen wollten.
Der wollte aber eigentlich gar nicht vorbeigelassen werden.
Der hatte nämlich nix besseres zu tun, als anzuhalten und uns zu fragen, wo wir denn hinwollten.
Es war nämlich der Besitzer von Kelly's Bushfarm.
Also doch mal wieder Glück gehabt.
Er übernahm die Führung und wir in sicherem Abstand hinterher.
Nach einer kurzen Weile kamen wir auf der Farm an.
Es war einfach idyllisch hier. Nicht etwa, weil hier etwas besonders gigantisches aufgebaut war.
Nein, es war eher genau das Gegenteil.
Es war einfach nur ein sehr gemütlicher, sauberer, kleiner Holliday Park mit einem kleinen Streichelzoo und unheimlich netten Besitzern.
Alles war hier begrünt und die Pflanzen blühten in allen Farben.
Hier gefiel es uns ziemlich gut. Gleich beim einchecken buchten wir auch die Nachtwanderung.
Wir waren fast alleine auf der Farm.
Zumindest sahen wir die ganze Zeit keine anderen Gäste.
Nach einem gemütlichen Abendessen bestaunten wir im Minizoo noch mal die Opossums.
Das sind kleine, flauschige Tiere in Katzengröße, die wir bisher nur in ziemlich plattem Zustand auf der Straße kannten.
Bei Einbruch der Dunkelheit wurden wir zur Wanderung abgeholt.
Dieses Erlebnis werde ich so schnell nicht vergessen. So was von Dunkelheit und Stille habe ich bis dahin noch nicht erlebt.
Wir bekamen an dem Abend noch einige Informationen über die Flora und Fauna von Neuseeland.
Zum Abschluss wurden uns noch Wallabies (das sind kleine Kängurus) in freier Wildbahn gezeigt.
Das war ein wunderschöner Tag.
Aber auch der ging vorbei.